Schräge Jonge

von links nach rechts, sitzend: Ingo Kiebel, Josef Zaum, Josef Fahl, stehend: Hermann Funk, Herbert Dick, Günter Strauch, Engelbert Heups, Jakob Schlangen, Gunter Tilger, Peter Ogorzelski (Foto: Ingo Kiebel)

Am 10. Oktober 1958 trafen sich in der Gaststätte Linnartz (ehemalige Gaststätte an der Ecke Johannes-/ Gabrielstraße) zehn junge Burschen: Jakob Schlangen, Peter Ogorzelski, Josef Zaum, Dieter Rapior, Hans Wilms, Hans-Peter Heups, Bruno Ritterbach, Josef Hoffmann, Karl-Heinz Cremer und Arno Tillmann, um einen „Roten Husarenzug“ zu gründen. Bei dieser Versammlung zeigte das Bier bald seine Wirkung und Bruno Ritterbach nannte seine Zugkameraden „Schräge Jonge“.
Die Generalversammlung des Bürger­schützenvereins lehnte im November 1958 den Antrag, diesen „Roten Husarenzug“ zu gründen, ab, da es schon genug „bunte Züge“ gab. So beschloss man, den 1. Scheibenschützenzug „Schräge Jonge“ zu gründen, zumal schon eine Scheiben­schützenfahnenkompanie bestand. Zug­lokal wurde die Gaststätte Linnartz.
Erster Zugführer war Jakob Schlangen, der 1995 von Peter Ogorzelski abgelöst wurde. Seit 1999 führt den Zug Josef Fahl, dem Ingo Kiebel als Flügelleutnant und Herbert Dick als Spieß zur Seite stehen.
Der 1. Scheibenschützenzug stellte bereits drei Schützenkönige: 1975/76 Herbert III. Dick, 1984/85 Ingo I. Kiebel und 1992/93 Jakob IV. Schlangen.
Das Jahr 1969 war das schwärzeste Jahr in der bisherigen Zuggeschichte. Nach einem Krach im Zug waren nur noch zwei Schützen aktiv, und der Zug konnte nicht am Schützenfest teilnehmen. Im darauf folgenden Jahr zählte man aber wieder acht „Schräge Jonge“ auf der Straße. Der Zug zieht seit Anfang der 70er Jahre in eigenen Uniformen und war einer der ersten Züge, der im Fackelzug und Schützenfestmontag Blousons trug. 1977 gab es Meinungs­verschiedenheiten mit der Zuglokalwirtin, so dass das Zuglokal in die „Dorfschänke“, die heutige Gaststätte „Haus Delrath“, verlegt wurde.
Der Zug trifft sich alle vier Wochen zum „Schießschnurschießen“ und einmal jähr­lich zum Pokalschießen. Jedes Jahr unternehmen die „Schräge Jonge“ einen mehrtägigen Ausflug, und jedes zweite Jahr steht ein verlängertes Wochen­ende mit den Frauen auf dem Programm.