Schill´sche Offiziere

1949 marschierten zum ersten Male „Schill´sche Offiziere“ im Delrather Schützenregiment. Mit einer kurzen Unter­brechung zeigte sich dieser Zug viele Jahre lang im Delrather Schützenregiment.
Was hatte diese jungen Männer vor über 50 Jahren dazu bewogen, dieses bekannte Husarenregiment zu verkörpern? Es lässt sich auch von heute noch lebenden Zeitzeugen nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht war es der Wunsch einiger, die aus damaliger Sicht noch vor wenigen Jahren das Feldgrau der Wehrmacht tragen mussten, die attraktivere und bei der Dorfbevölkerung beliebte Uniform des Schill´schen Husarenregiments zu tragen. Ob das allerdings in dem Bewusstsein geschah, dass diese Schill´schen Offiziere Anfang des 19. Jahrhunderts ein tragisches Ende fanden?
Auf die Historie der Husaren im Allgemeinen wurde bereits im vorigen Kapitel eingegangen. In diesem Kapitel wird lediglich von dem Offizier Ferdinand von Schill und seinen Offizieren bzw. seinem Husarenregiment berichtet.
Ferdinand Baptista von Schill wurde am 6. Oktober 1776 auf dem Gut Wilmsdorf bei Dresden geboren. 1790 begab er sich als Fahnenjunker ins Dragonerregiment nach Ansbach-Bayreuth. Als Leutnant nahm er an der Doppelschlacht von Jena / Auerstedt teil. 1808 wurde Schill Kommandeur eines Husarenregiments.
Am 28. April 1809 hatte der preußische Offizier im Majorsrang Ferdinand B. von Schill mit seinem Husarenregiment die alte Garnisonstadt Berlin verlassen, um auf eigene Faust gegen den verhassten Franzosenkaiser Napoleon zu Felde zu ziehen und eine allgemeine Erhebung gegen die französische Fremdherrschaft auszulösen. Sein Unternehmen scheiterte, da verschiedene gleichartige Aktionen schlecht koordiniert und nur sehr zaghaft eingeleitet wurden und er schließlich, auf sich selbst gestellt, keinen entscheidenden Schlag führen konnte.
Am 31. Mai 1809 kam es zur Entscheidungsschlacht zwischen der 1.300 Mann starken Schill´schen Kampfschar und dem etwa 6.000 Mann starken Corps von General Gratien. Ferdinand B. von Schill fiel im Straßenkampf in Stralsund, wo es für ihn kein Entrinnen mehr gab. Elf seiner Offiziere wurden am 16. September 1809 auf der Lippewiese in Wesel am Niederrhein standrechtlich erschossen. 500 seiner Soldaten wurden auf französische Galeeren geschickt.
In Wesel am Niederrhein, das sich heute noch „Schillstadt“ nennt, erinnert ein Museum und ein von Karl Friedrich Schinkel 1935 entworfenes Denkmal immer noch an den Offizier Ferdinand Baptista von Schill.
In Delrath sind die Schill´schen Offiziere im Schützenregiment nicht mehr vertreten, doch mancherorts im Kreis Neuss bilden sie in ihrer Husarenuniform immer noch eine optische Bereicherung.