Husaren

1949 wurde der Delrather Schützenzug der „Blauen Husaren“ gegründet, der im ersten aktiven Jahr allerdings noch als „Rote Husaren“ mitmarschierte.
Dass die Uniformen dieser roten Husaren, die damals noch in Korschenbroich entliehen wurden, ziemlich verwaschen und abgetragen waren, gefiel den Del­rather Husaren überhaupt nicht und man beschloss, im folgenden Jahr die recht neu­wertigen blauen Uniformen zu entleihen.
So kam es, dass sich derselbe Schützenzug innerhalb von zwei Jahren in zwei ver­schiedenen Uniformen präsentierte. Dass die roten Husarenuniformen so abgenutzt waren, zeigt aber auch, dass die Husaren damals schon eine beliebte Gattung bei den Schützenregimentern im hiesigen Umkreis waren.
1956 zeigte sich im Delrather Schützenregiment ein weiterer Husarenzug – die „Schwarzen Husaren“. Beide Husarenzüge sind seit ihrer Gründung ein fester Bestandteil des Delrather Schützenregiments. Dass aber bereits in den 30er Jahren „Schwarze Husaren“ als Vorreiter den Delrather Schützenzug anführten, ist nur noch Wenigen bekannt.
Mit diesen berittenen Husaren kommen wir dann den ursprünglichen Husaren schon näher. Denn ehemals waren es leichte Reitergruppen nach ungarischem Vorbild. Dass es ursprünglich ungarische Straßenräuber waren, ist sicher nur ein Bruchteil der großen Husarenhistorie.
Bereits im 15. Jahrhundert wird von den ersten Husaren in Ungarn berichtet. Dort war es ein Reiteraufgebot in ungarischer Tracht. Die ersten ungarischen Reiter im Exil dienten Frankreich als Hilfstruppen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). In Österreich tauchten die ersten Husarenregimenter Ende des 17. Jahrhunderts auf. In Russland, unter Zar Peter dem Großen, wurden Truppen leichter Reiter offiziell erst im Jahre 1741 aufgestellt und zwar nach dem Vorbild der ungarischen Husaren in Österreichs Diensten.
Zuerst wurden die Husaren, wo immer sie dienten, als irreguläre Truppen angesehen, die man für den Kleinkrieg benutzte, d. h. sie sollten mit dem Feind plänkeln und seine Fuhrkolonnen ausrauben, während die regulären Truppen die Regeln der „methodischen Kriegsstrategie“ befolgten. So galoppierten sie in Feindesland von Heldentat zu Heldentat – ohne Rivalen zu haben -, unternahmen ferne Streifzüge und kümmerten sich nicht um rückwärtige Verbindungen.
Die ersten Husaren in Preußen gab es im Jahre 1721. Gegen 1735 nannte man sie allgemein „Preußische Husaren“. Ein zweites Corps erhielt den Beinamen „Berliner Husaren“ oder „Husaren des Königs“. Unter Friedrich II. wurden diese beiden Corps zu Regimentern. Sie erhielten die Namen „Bronikowskisches Regiment“ und „Zietsches Regiment“ – letzteres benannt nach Hans Joachim Zieten, 1744 zum Generalmajor befördert, der einer der berühmtesten Chefs (etwa Oberst) eines Husarenregiments war.
1803 gab es noch zehn Husarenregimenter. Mit ihrem Pelz, dem Dolman (eine mit Schnüren besetzte Jacke) und der Säbel­tasche – übrigens seit dem 18. Jahrhundert ein völlig nutzloses, reines Zierstück, auf das bis zum 1. Weltkrieg trotzdem kein Husar verzichten mochte – waren die Husaren die prächtigsten Reiter des Kaiserreichs. Ihre Regimenter, in blauen, roten, schwarzen, grünen und gelben Uni­formen, wetteiferten um die höchste Ele­ganz und boten dem Auge – mehr als alle anderen Uniformierten – ein glänzendes Schauspiel. Gerade der Glanz ihrer Uniform verpflichtete sie, sich selbst zu übertreffen, und gebot ihnen, irgendwer zu sein.