Das Jahr 1980 begann wiederum mit einem vollen Erfolg der karnevalistischen Prunksitzung. Unter der Leitung des Präsidenten Günter Behrend brachten zahlreiche Spitzenkräfte des Kölner Karnevals die Narren in Stimmung. Erstmals führte der Schützenverein die seit einigen Jahren stattfindende Kindersitzung in eigener Regie unter Leitung von Ingo Kiebel durch. Den Elferrat stellten die Edelknaben unter Leitung ihres Edelknabenkönigs und des Präsidenten Hans-Dieter Longerich.

Im Frühjahr 1980 verstarb der Ehrenmajor der Jäger Jakob Breuer.

Vor dem Schützenfest hatte es sich der Vorstand zum Ziel gesetzt, den Schießstand auf dem Schützenplatz fertig zu stellen. Die Handwerker gaben sich ihr Stelldichein. Nach der Vergrößerung der Bodenplatte durch die Kassierer Harry Knabe und Hermann Levering errichete im strömenden Regen Karl-Heinz Edelhausen mit einigen „wetterfesten“ Helfern die Holzkonstruktion. Anschließend wurde der Dachdecker Hans Gondorf tätig. Letztlich standen die „Verschönerungen“ des Bauwerks an: die Klinkerarbeiten führten Helmut Hohmann und Konrad Derichs aus, den Fußboden plattete Hans-Peter Heups und die Decke täfelten Günter Behrend, Harry Knabe und Hans-Dieter Longerich. Für die - gegen dieses Meisterstück - traurig aussehende Kassenbude wurde Farbe beschafft, die von Herbert Stodden aufgetragen wurde. Mit der Verstärkung des Schießkastens, für die Lambert Cremer und Hans-Dieter Longerich verantwortlich waren, wurden die Arbeiten rechtzeitig vor dem Schützenfest abgeschlossen.

Das Schützenfest selbst kündigte sich zunächst mit andauernden heftigen Regenschauern an, doch dann tat sich der Himmel auf und das Fest konnte im strahlenden Sonnenschein gefeiert werden. Beim Fackelzug wurden fünf Großfackeln mitgeführt. Fackelbauer waren der 2., 3. und 4. Jägerzug, die Regimentsfahnenkompanie und der Grenadierzug „Sangeslust“.

Vielen Teilnehmern ist dieses Fest insbesondere durch zwei Ereignisse in Erinnerung geblieben. Während der Festmesse am Sonntagmorgen kam es zu einem Boxkampf zweier Edelknaben, und während der Ehrenparade am Sonntagnachmittag scheute das Pferd des Grenadieradjutanten Hans Jansen. Dieser fiel so unglücklich vom Pferd, dass er mit schweren Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der als „Griese Schäng“ bekannte Major der Grenadiere Johann Grieß wurde Schützenkönig. Edelknabenkönig wurde Michael I. Süllwold.

Bei der Königsparade am Dienstagnachmittag wollte das aktive Ehrenmitglied Josef Klein trotz Laufbeschwerden nicht fehlen. So bauten die Zugkollegen des Grenadierzuges „Sangeslust“ kurzer Hand einen Einkaufswagen zu einem fahrbaren Sessel um und schoben so ihren Schützenkameraden zum Gelächter der Zuschauer durch die Parade. Für den als Majestät amtierenden Grenadiermajor sprang spontan Gerhard Meuter und für den verletzten Adjutanten Ekkehard Jakobs ein.

Durch die Verpflichtung von Spitzenkräften des Kölner Karnevals – unter anderem traten die Bläck Fööss und Marie-Luise Nikuta auf – war der Kartenvorkauf für die Prunksitzung 1981 ein Selbstläufer. Dies sicherte den Erfolg der mittlerweile auch über Delraths Grenzen beliebten Veranstaltung.

Und auch zum Frühlingsfest, das vom 15.-17. Mai 1981 stattfand, hatte der Verein einen besonderen Höhepunkt aufzuweisen. Das bekannte Colonia-Duett sorgte dafür, dass einige Schützen keinen Platz mehr im vollbesetzten Zelt fanden.

Im Jahresverlauf verstarb der langjährige Artilleriemajor Josef Kollenbroich. Neuer Artilleriemajor wurde Lambert Heinrichs.

Den Schützen präsentierte Petrus wiederum ein sonnenüberflutetes Schützenfest. Das Regiment bot vier Großfackeln auf, die von der Fahnenkompanie, dem 2. Jägerzug, den Schwarzen Husaren und dem Grenadierzug „Sangeslust“ gebaut worden waren.

Für das Königsvogelschießen am Montagnachmittag gab es zunächst keine Königsbewerber. So meldete kurzerhand der Vereinsvorsitzende Günter Behrend sich und seine Söhne Wilfried und Wolfgang für den Wettkampf an. Hinzu gesellte sich Heinz Giesen. Mit dem 95. Schuss konnte letztlich Wilfried I. Behrend die Königsehre erringen. Zum Edelknabenkönig wurde Uwe I. Michels gekrönt.

Ergänzend zu den bereits vom Schützenverein durchgeführten Karnevalsveranstaltungen fand im Jahre 1982 am Sonntagmorgen eine zusätzliche Herrensitzung statt, die aber nur mäßig besucht war.

Mit Willi von der Weiden bekamen die Edelknaben einen neuen Betreuer. Erstmals wurde das mittlerweile ebenfalls traditionelle Ostereierschießen der Edelknaben ausgeführt.

Beim Frühlingsfest gewann der Jägermajor Hans Loboda ein Spanferkel, das der Hauptpreis der Tombola war.

Die mangelnde Bereitschaft von Königsanwärtern des Vorjahres führte im August 1982 zu Beschlüssen, die die finanzielle Belastung des Schützenkönigs reduzieren sollte. So wurde unter anderem das Königsgeld auf 1.250 DM erhöht.

Die vom Verein angeschaffte Schwenkfahne kam erstmals während des Schützenfestes am Sonntagmorgen zum Einsatz. Detlef Müller schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestät und der Jubilare.

Beim Königsvogelschießen während des Schützenfestes 1982 konnte Wolfgang Behrend mit dem 70. Schuß seinen Bruder als Schützenkönig ablösen. Edelknabenkönig dieses Jahres wurde Dirk I. Hermanns.

Die Vorstandswahlen bestätigten alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern. So blieben Günter Behrend 1. Vorsitzender, Hans-Dieter Longerich 2. Vorsitzender, Hans Philipp 1. Schriftführer, Ingo Kiebel 2. Schriftführer, Harry Knabe 1. Kassierer und Hermann Levering 2. Kassierer.

Das Jahr 1983 begann mit der 10. Prunksitzung am 14. Januar 1983. Die neu angeschaffte Zeltdekoration wurde angesichts der widrigen Witterung zur Hälfte ein Raub des Windes. Mit der 4. Kindersitzung - organisiert vom Literaten Ingo Kiebel und mit den Edelknaben als Elferrat - hatte sich auch diese Veranstaltung im Verein etabliert. Dagegen kam die Herrensitzung in der Bevölkerung nicht an, wie man angesichts der geringen Besucherzahlen feststellen musste. Ein besonderes Ereignis dieser Sitzung war der Auftritt des Vereinswirts Edmund Noeppel (ehem. Wirt der Gaststätte „Haus Delrath“), der – wie ihm von den Anwesenden bescheinigt wurde - mit den Profis des Karnevals konkurrieren konnte.

Auf der Generalversammlung am 27. März 1983 gedachte man dem verstorbenen Delrather Original und langjährigem Vereinsmitglied Josef Klein. Für viele unvergesslich sind seine Lobreden mit dem abschließenden „Sängerkuss“, den er auf Grund seiner Körpergröße nur mit Hilfe eines Stuhles verteilen konnte. Die Bekannte des Verstorbenen ließ dem Verein eine Spende zukommen, die der Hauptmann der Grenadiere dem 1. Kassierer übergab.

Die Altpapiersammlungen erbrachten in 1983 eine Rekordmenge von fast 23 Tonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein aus diesen Sammlungen Zusatzeinnahmen von über 10.000 DM erzielt.

Der Fackelzug des Schützenfestes 1983 wurde trotz heftiger Windböen sicher ins Zelt gebracht. Die Bogenschützen, die bislang von Max Bendik betreut wurden, übernahm Karl-Heinz Butz.

Die amtierende Majestät Wolfgang I. Behrend überreichte dem Verein als Geschenk eine neue Schwenkfahne, die vom Fahnenschwenker Detlev Müller sogleich „unter die Lupe genommen“ wurde.

Die Sonntagsparade des Jahres 1983 sorgte durch ein Ereignis, dass die Zuschauer den Atem anhalten ließ, wiederum für Gesprächsstoff. Während des Aufmarsches der Artillerie verfiel das Gespann vor der Tribüne in den Galopp, obwohl leichter Trab abgesprochen war. Der Besitzer und Pferdeführer des Gespanns, Herr Müller aus Oekoven, griff ein, rutschte aus und wäre fast unter die Räder des Kanonenwagens geraten.

Schützenkönig wurde Jakob III. Pesch, Edelknabenkönig Markus I. Schlangen.

Das traditionelle Frühlingsfest 1984, das in den letzten Jahren unter rückläufigen Beteiligungszahlen gelitten hatte, war so gut besucht, dass man davon ausgehen konnte, dass es unter diesen Umständen auch in den nächsten Jahren Bestand haben würde. Auf diesem Frühlingsfest, das vom 4.-6. Mai 1984 stattfand, wurde erstmals ein Jägerkönig ausgeschossen. Der 1. Jägerkönig des Vereins wurde Josef Deussen vom 5. Jägerzug „Jägermeisterzug“, der im Festzelt am Sonntagabend vom 1. Vorsitzenden der Jägerkompanie Hans Busch gekrönt wurde.

Bis zum Schützenfest dieses Jahres sollte auf dem Schützenplatz ein neues Kassenhaus in Eigenregie errichtet werden. Ende August, also kurz vor dem Schützenfest, konnten die eifrigen Helfer Hans-Peter, Ulrich und Hermann-Josef Heups, Wolfgang und Günter Behrend, Frank Lützenrath, Horst Bettin, Gerhard Haase, Werner Blank, Hans Gondorf, Hermann Levering, Harry Knabe, Hermann Kiebel, Hans Weber und Hans-Dieter Longerich Richtfest feiern.

Trotz der Appelle seitens des Vorstandes wurde zum Fackelumzug nur eine Großfackel mitgeführt. Dieser vom Grenadierzug „Sangeslust“ gebaute Lichterwagen zeigte Diakon Peter Platz als „Don Camillo“.

Schützenkönig des Jahres 1984 wurde Ingo I. Kiebel. Zum Edelknabenkönig wurde sein Sohn Michael II. Kiebel gekrönt. Dieses Ereignis, dass Vater und Sohn die Schützen gemeinsam regierten, ist in der Vereinsgeschichte bislang einmalig geblieben.

Die Karnevalsveranstaltungen des Jahres 1985 erbrachten erstmals einen finanziellen Reinfall. Außer der Kindersitzung schlossen die übrigen Veranstaltungen – Prunksitzung, Kostümball und Herrensitzung – mit einem dicken Minus ab. Der Vorstand beschloss daraufhin, künftig auf die Durchführung der Herrensitzung zu verzichten.

Auf der Abrechungsversammlung teilte der Vorsitzende den Anwesenden mit, dass der Grenadiermajor Johann Grieß aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt hat. Ebenfalls zurückgetreten war Willi von der Weiden in seiner Funktion als Edelknabenführer. Sein Nachfolger wurde Willi Schmidt.

Das Frühlingsfest fand vom 26.-28. April bei eisiger Kälte statt. Höhepunkt des Bunten Abends war ein Imitator des Showstars Gottlieb Wendehals.

Auf der Abrechnungsversammlung wurde beschlossen, angesichts der kühlen Temperaturen für künftige Frühlingsfeste - ähnlich wie für die Karnevalsveranstaltungen - ein „winterfestes“ Zelt herzurichten. Auf der gleichen Versammlung verkündete der Vorstand mit Stolz die Einstellung des bisherigen Rekords der Altpapiersammelungen. Die eifrigen Schützen hatten die stattliche Menge von 31,1 Tonnen Altpapier zusammengetragen.

Am Samstag, 31. August 1985 wurde pünktlich um 12 Uhr das Schützenfest von den Böllerschüssen der Kanone Ida eingeleitet. Das Artilleriegeschütz feierte in diesem Jahr seinen 25jährigen Geburtstag. Über viele Jahre hatte sich die Artillerie eine Kanone aus Gohr geliehen, bis sie sich zum Schützenfest 1960 ein eigenes Geschütz vom Stürzelberger Peter Remmer herstellen ließ. Dieses Geschütz war durch Pfarrer Steinbach unter Beteiligung der Paten Josef Heups und der Namensgeberin Ida Weiler geweiht worden. Und der Pfarrer hatte anlässlich der Weihe das Geschütz auch als erster ausprobiert.

Erstmals zog man 1985 am Sonntagmorgen vom Ehrenmal zu einem Feldgottesdienst ins Festzelt. Der Gottesdienst wurde durch Diakon Peter Platz und Spiritanerpater Ramers unter Teilnahme des Jugendchores Hackenbroich zelebriert. Angesichts der eindrucksvollen Feier verstummten die anfänglich kritischen Stimmen. Der Jugendchor wurde nur mit einer Zugabe von der Bühne verabschiedet, und dem Diakon Peter Platz zeigte der von den Schützen und Gästen bescherte Applaus, dass er mit der Neuerung Zuspruch gefunden hatte.

Schützenkönig dieses Jahres wurde Herbert IV. Stodden, Edelknabenkönig Marius I. Becker.

Auf der am 19. November 1985 durchgeführten Generalversammlung standen die turnusmäßigen Vorstandswahlen an. Unter der Wahlleitung von Franz Longerich wurden wie bei den letzten Vorstandswahlen wiederum alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Als neuer Grenadiermajor wurde Wolfgang Behrend vorgestellt. Sein Adjutant wurde Horst Freund.

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