Zum Schützenfest 1973 trat aus Altersgründen der bisherige Generaloberst Josef Richrath zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Alfred Schönfelder gewählt, der sich Toni Haas als Adjutanten nahm. Da Letzterer 2. Schriftführer des Vereins und Edelknabenführer war, mussten diese Posten neu besetzt werden. 2. Schriftführer wurde Hermann Levering und Edelknabenführer Werner Krücker.

Zum letzten Mal feierte man das Schützenfest, bei dem Adi I. Engelskirchen Schützenkönig und Bernd I. Meuter Edelknabenkönig wurde, auf dem bisherigen Schützenplatz an der Ecke Henri-Dunant-Straße und Wilhelm-Zaun-Straße, weil diese Freifläche für den beabsichtigten Neubau der Grundschule vorgesehen war. Damit drohte der Verein „heimatlos“ zu werden.

Mangels eines ausgewiesenen Schützen­platzes fand die Karnevalssitzung 1974 im Saal der Gaststätte „Zum Ännchen“ statt, und das Frühlingsfest dieses Jahres feierte man auf dem Bahnhofsvorplatz.

Der Verein hatte erhebliche Mühe, einen geeigneten Platz für seine Festivitäten zu finden. Die Verwendung des Roncalli­platzes scheiterte an den Einsprüchen einer Bürgerinitiative, die sich aus den um­liegenden Anwohnern gebildet hatte. Und gegen die dauerhafte Nutzung eines Grundstücks am Zinkhüttenweg / Brücken­straße meldeten ebenfalls die unmittel­baren Anwohner Bedenken an.

Obwohl sich die Gemeinde Nievenheim aus Kostengründen zunächst gegen eine Übergangslösung ausgesprochen hatte, wurde dennoch mit vorbereitenden Arbeiten am Zinkhüttenweg begonnen. Erst wenige Tage vor dem Schützenfest 1974 entschied sich für die Delrather Schützen die Festplatzfrage: der Bahnhofsvorplatz wur­de zum Schützenplatz bestimmt. Die Schießanlage stand dem Schützenplatz gegenüber. Das Artilleriecorps feierte sein 25jähriges Zugjubiläum. Schützenkönig wurde der 26jährige Dieter II. Longerich, Edel­knabenkönig Bernd II. Giesen.

Am 1. Januar 1975 trat die Kommunale Neugliederung in Kraft, die den Zusammenschluss der Städte Dormagen und Zons sowie der Gemeinden Nieven­heim, Straberg und Gohr zur neuen Stadt Dormagen bedeutete. Der letzte Gemeinderat der ehemaligen Gemeinde Nievenheim hatte noch beschlossen, einen Rasenplatz in der Nähe des Sportplatzes zum neuen Standort für den Delrather Schützenplatz zu bestimmen. Der Rat der neuen Stadt Dormagen sollte aber erst im Mai 1975 gewählt werden. Mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Bürgermeisters und des Rates wurde Karl-Heinz Tappertzhofen beauftragt. Doch der Ratskommissar konnte in seiner treuhänderischen Funktion dem Bürgerschützenverein auch nicht die letzte Klarheit in Bezug auf den neuen Schützenplatz verschaffen.

So fand die traditionelle Karnevalssitzung, die erstmals im Zelt mit einer Karnevalsgesellschaft veranstaltet wurde, auf dem Bahnhofsvorplatz statt. Und notgedrungen mussten in diesem Jahr sowohl das Frühlingsfest als auch das Schützenfest ebenfalls noch auf dem Bahnhofsvorplatz gefeiert werden, weil auch zu diesen Festen noch keine endgültige Entscheidung für eine neue Bleibe der Schützen vorlag.

Brisant war die zwischenzeitliche Mitteilung der RWE AG, dass die Stromversorgung für die Fahrgeschäfte eines Festplatzes vor dem Bahnhof nicht mehr gewährleistet sei.

Bei diesem Schützenfest wurde nach zehn Jahren wieder die restaurierte Scheiben­schützenfahne des Jahres 1927 im Schüt­zenzug mitgeführt und Dieter II. Longerich stiftete dem Verein eine Präsidentenkette. Neuer Schützenkönig wurde der Bäcker­meister Herbert III. Dick, der damit während des darauf folgenden Jahres zum 50jährigen Vereinsjubiläum amtierte. Edelknabenkönig wurde Hans Jürgen II. Jansen.

Das Jahr 1976 begann zunächst mit einer großen Karnevalssitzung im Festzelt mit Spitzenkräften des rheinischen Karnevals. Der Vorstand des Schützenvereins bildete den Elferrat.

Das Goldjubiläum des Bürgerschützenvereins wurde gebührend gewürdigt. So erstellten die Vereinsvorsitzenden Günter Behrend und Hans Schmitz in mühevollen Recherchen eine umfassende Vereins­chronik (siehe Seiten 67 - 91). Mit einem Festkommers begannen bereits am Freitag, 3. September 1976 - unter Schirmherr­schaft des Stadtrats und Vize-Landrats Gerhard Kaltwasser – die eigentlichen Festlichkeiten. Im Mittelpunkt stand die Ehrung der Jubilare, und als Gründer des Vereins wurden Georg Dappen, Hermann Jussenhoven, August Kollenbroich, Michael Zaum, Peter Klasen und Heinrich Freyenberg mit einer Jubiläumsurkunde beschenkt. Die erschienenen 26 ehe­maligen Schützenkönigspaare boten ein imposantes Bild, als sich diese ebenfalls zur Ehrung aufstellten und dabei gut und gerne die Hälfte der Zeltlänge ausfüllten.

Das Festzelt sollte übrigens zum letzten Male auf dem Bahnhofsvorplatz stehen, denn die Stadt Dormagen hatte als „Geburtstagsgeschenk“ die Schützenplatzfrage endgültig geregelt und 40.000 DM im Stadthaushalt für die Herrichtung des neuen Festplatzes am Sportplatz bereit­gestellt. Dieser Platz sollte nach den Planungen bereits im Jahre 1977 genutzt werden können.

Der Geburtstagsstimmung angemessen, wurden die aus dem Jahre 1969 resultierenden Unstimmigkeiten mit der Kirche beigelegt und am Sonntagmorgen wieder ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Gabriel zelebriert.

Ein weiterer Höhepunkt des Festes war auch der Umzug am Sonntagnachmittag. Die Sappeure, die gleichfalls ihr 50jähriges Bestehen feierten, hatten zu ihrem Geburtstag elf Sappeurcorps aus dem Heimatgebiet eingeladen, die den Festumzug zu einem sehenswerten Ereignis machten. Im Regiment marschierten auch 46 Edelknaben und Bogenschützen mit, so dass wegen der großen Anzahl von Jugendlichen Max Bendik zum 2. Edelknabenbetreuer bestimmt wurde.

Am Montagnachmittag konnte beim Königsvogelschießen der 25jährige Harald I. Philipp die Königswürden erringen. Zum Edelknabenkönig wurde Klaus I. Maurer gekrönt.

Und anlässlich des Jubiläumsjahres zelebrierten die Hubertusschützen am Mittwochabend - also einen Tag nach dem eigentlichen Fest - den alten Brauch des „Kirmesbegraben“ .

Das Frühlingsfest 1977 fand vom 6.-8. Mai 1977 statt. Anlässlich des 50jährigen Bestehens der Jägerkompanie fand das Regimentsschießen ausnahmsweise Samstags statt. Am Sonntag wurde ein Festumzug mit Gästen und Parade durchgeführt.

Der neue Schützenplatz am Sportplatz war bereits angelegt, die Stromversorgung gesichert und der Weg zum Schützenplatz mit Lampen versehen worden. Um den neu eingesäten Rasen jedoch nicht zu beschädigen, verzichteten die Schützen darauf, ihren neuen Platz für das Schützenfest zu nutzen. Man wollte stattdessen lieber noch an der gewohnten Stelle auf dem Bahnhofsvorplatz feiern.

Der Verein beschloss, auf dem neuen Schützenplatz einen Hochschießstand und ein Kassenhaus zu errichten. Zur Finanzierung dieser Vorhaben sollte die Vereinskasse durch regelmäßige Altpapiersammlungen aufgebessert werden.

Während des Schützenfestes 1977 wurden am Sonntagmorgen erstmals verdienstvolle Schützenbrüder zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die ersten Ehrenmitgliedschaften des Vereins wurden an Johann Ingermann, Josef Klein, Jakob Breuer, Michael Zaum, Franz Hoppe und Georg Dappen vergeben. Schützenkönig wurde Günter I. Schulz, Edelknabenkönig Gerd I. Levering.

Auf der Generalversammlung im November 1977 trat der 1. Kassierer Konrad Derichs aus Altersgründen zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Kassierer Harry Knabe. Zum 2. Kassierer wurde Hans Schmitz gewählt.

1978 wurde der neue Schützenplatz durch die traditionelle Karnevalssitzung eingeweiht. Trotz des Weges außerhalb des Ortes war das Zelt gut besucht. Und als Neuerung veranstaltete der Schützenverein am Samstagnachmittag zusätzlich eine Kindersitzung im Festzelt, die von etwa 350 Kindern besucht wurde.

Auf der Generalversammlung und dem Oberstehrenabend am 18. August 1978 wurde in einer Ergänzungswahl Ingo Kiebel zum 2. Schriftführer gewählt.

Zum Schützenfest feierte der Grenadierzug „Sangeslust“ sein 50jähriges Jubiläum. Zu Gast waren zahlreiche Grenadierzüge aus den umliegenden Ortschaften.

Schützenkönig dieses Jahres wurde Johann VII. Jansen, Edelknabenkönig Norbert I. Dick.

Im Jahre 1979 hatte der Verein den Hochschießstand fertiggestellt. Doch noch eine Woche vor dem Schützenfest fehlte die für die Benutzung notwendige Schießgenehmigung des Oberkreis­direktors.

Während dieses Schützenfestes feierten die Edelknaben ihr 25jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Geburtstages wurde während der Schützenmesse durch den Pfarrer Johannes van Dijk eine - vom Edelknabenführer Willi Busch gestiftete - neue Fahne der Edelknaben geweiht. Zum Edelknabenkönig wurde Hermann-Josef I. Michels gekrönt.

Am Schützenfestmontag errang auf dem neuen Schießstand Wilhelm III. von der Weiden als erstes passives Vereinsmitglied die Königsehren.

Bei den Vorstandswahlen im November 1979 wurden gewählt: 1. Vorsitzender Günter Behrend, 2. Vorsitzender Hans-Dieter Longerich, 1. Schriftführer Hans Philipp, 2. Schriftführer Ingo Kiebel, 1. Kassierer Harry Knabe, 2. Kassierer Hermann Levering.

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