Zum Schützenfest 1951 wurde auf dem Gelände des Mitgliedes Arthur Bützler in der Nähe des Bahnhofs wieder ein Zelt aufgestellt. Den Ausschank übernahm der Delrather Gastwirt Ferdinand Schlüter. Drei Großfackeln wurden am Samstagabend vom ca. 200 Mann starken Regiment mitgeführt. Am Sonntag konnten nach dem Kirchgang und der Gefallenenehrung vom 1. Vorsitzenden 17 Mitglieder als Silberjubilare geehrt werden. Der amtierende Schützenkönig Konrad I. wurde nach dem Vogelschießen am Montag durch Fritz Hübinger, dem der Vogelschuss gelang, abgelöst. Mit der Krönung am Dienstagabend klang ein wiederum sehr schönes Fest aus.

Die Vorbereitungen für das Fest 1952 wurden wie üblich schon früh in Angriff genommen. Da überraschte im Juli Oberst Klasen die Schützen mit seinem Rücktrittsgesuch aus Krankheitsgründen. Von Seiten der Grenadiere wollte man den Oberst nicht scheiden lassen. Sie stimmten in der Versammlung das Lied „Wir wollen unsern alten Oberst Klasen wieder haben“ an. Dieser Vertrauensbeweis ließ den Oberst seine Krankheit vergessen und sein Amt weiterhin beibehalten. Das Festzelt stand in diesem Jahr am Zinkhüttenweg. Die Schützen waren auf Feststimmung eingestellt. Es sollte wie immer ein gelungenes und frohes Schützenfest werden. Der Samstag und Sonntag waren in guter Stimmung vorübergegangen, da geschah am Montag beim Aufstellen des Regiments ein tragischer Unfall. Der Adjutant des Artillerie-Majors, Theo Stockum, ritt mit anderen Artilleristen über die Rheinstraße (heutige Johannesstraße) zum Antreteplatz des Regiments. Vor einer schweren Zugmaschine mit zwei An­hängern scheute das Pferd von Theo Stockum, so dass er vom Pferd herabfiel, direkt unter einen Anhänger. Der Reiter war auf der Stelle tot. Nicht nur der Vorstand und die Schützen, sondern auch die Delrather Bürger waren stark schockiert. Der Vorstand wollte nach diesem grausigen Geschehen das Schützenfest sofort abbrechen. Nur die Verträge mit den Schaustellern, Zeltwirten und Musikkapellen verhinderten dieses Vorhaben. Durch zeitraubende Gespräche des Vorstandes und der Regimentsführung geriet der Zeitplan völlig durcheinander. Die Königsparade an der Zinkhütte fiel aus. Das Königsschießen begann so spät, dass ein Ende wegen der einsetzenden Dunkelheit am Montag nicht mehr möglich war. So geschah es, dass erst am Dienstagmorgen der neue Schützenkönig ermittelt werden konnte. Neuer König wurde Michael Zaum vom Grenadierzug Zinkhütte. Überschattet vom Tod Theo Stockums fand am Abend die Krönung von Michael I. und Königin Maria statt. Unter großer Anteilnahme der Schützen und der Delrather Bürger wurde Theo Stockum zu Grabe getragen.

Im Jahre 1953 wurde wegen der am 6. September stattfindenden Bundestags­wahl das Schützenfest auf den 22. August vorverlegt. Ein Antrag aus der Generalversammlung, passive Schützen zum Vogelschießen zuzulassen, wurde so beschieden, dass passive Mitglieder mindestens ein Jahr aktiv mitgemacht haben müssen, wenn sie auf den Vogel schießen wollten.

Im Regiment machte in diesem Jahr das Mitglied des Sappeurzuges Gerhard Meuter den Fahnenschwenker. Auf der Generalversammlung am 20. Juni 1953 wurde beschlossen, eine Schwenkfahne für ca. 120 DM anzuschaffen. [Ergänzung des Chronik-Teams: Die Anschaffung der Schwenkfahne kommentierte das Vereinsoriginal Josef Klein so: „Bis jitzt wor d’r Verein nit vollständig. Evver jitzt met der Fahn‘, do is hä et. Wat d’r Vorstand geleistet hat, is ein... ein... einzig... einzigartig!“] Der Königssold wurde von 200 auf 300 DM erhöht.

Das Schützenfest verlief wie gewohnt harmonisch und gut bei herrlichem Wetter. Das Festzelt stand wieder am Bahnhof, Zeltwirt war der Vereinswirt Heinrich Schmitz. Schützenkönig wurde Fritz Deimling, der am Dienstag als Fritz III. gekrönt wurde. Die nach dem Fest fällige Vorstandswahl sah keine großen Änderungen. 1. Vorsitzender blieb Georg Dappen, 2. Vorsitzender wurde Hermann Teusch, 1. Kassierer blieb Bernhard Meuter, 2. Kassierer blieb Konrad Derichs. 1. Schriftführer wurde der bis dahin 2. Vorsitzende Wilhelm Deutzmann, 2. Schriftführer wurde Johann Müller. Während Lorenz Thuir Beisitzer blieb, wurde Hans Philipp zum neuen Beisitzer gewählt.

Der Antrag, das Königsvogelschießen 14 Tage vor dem Fest abzuhalten, wurde auf der Generalversammlung am 18. Juli 1954 abgelehnt. Das Schützenfest 1954 sah nach gewohntem Ablauf Josef III. Schippmann vom Grenadierzug Zinkhütte als neue Schützenmajestät. Gegenüber den Vorjahren fand in diesem Jahr die Gefallenenehrung am neu erbauten Ehrenmal statt .

Im Jahre 1955 begann der Verein mit intensiver Jugendarbeit. Oberst Klasen konnte der Versammlung am 18. Juni 1955 mitteilen, dass ein Edelknabencorps von zwölf Jugendlichen gegründet wurde. Die Schärpen, Mützen und die Fahne seien gestiftet worden. Edelknabenführer war Josef Hoffmann, ihm zur Seite stand als Edelknabenmajor Ladislaus Gruss. Das bei strahlendem Sonnenschein stattfindende Schützenfest sah erstmals die Edelknaben in ihren blauen Hosen und weißen Hemden, mit der roten Schärpe und der verzierten Mütze im Festzug. Am Sonntagmorgen bei der Jubilarehrung wurde der 1. Kassierer Bernhard Meuter für 25jährige Tätigkeit in diesem Amt gewürdigt. Oberst Klasen überreichte eine vom Vorstand gestiftete Schrankuhr. Im Namen des Vereins wurde er mit einem Orden ausgezeichnet. Schützenkönig wurde Josef IV. Richrath. Natürlich hatten auch die Edelknaben ihren König ermittelt, es war Hans-Peter I. Heups.

Über das Jahr 1956 gibt es von dem Fest nichts Nennenswertes zu berichten. Das Fest verlief in gewohnter Manier. Schützenkönig wurde Willi II. Sauer vom Grenadierzug Sangeslust. Edelknaben­könig wurde Ingo I. Kiebel. Die nach dem Fest anstehende Vorstandswahl zeigte nur bei den Beisitzern eine Veränderung. 1. Beisitzer wurde Hans Schmitz, 2. Beisitzer Herbert Rosenberg. Auf der gleichen Versammlung wurde beschlossen, für das Edelknabencorps eine neue Fahne anzuschaffen. Die Finanzierung sollte durch eine Beitragserhöhung von 1 DM erfolgen, die auch beschlossen wurde. Ein transportabler Schießstand sollte im Laufe des Jahres angeschafft werden.

1957 wurde vom Vorstand der Beitrag für passive Mitglieder neu festgesetzt und von der Generalversammlung gebilligt. Für passive Mitglieder, die keine zehn Jahre aktiv waren, betrug der Jahresbeitrag 10 DM. Wer mehr als zehn Jahre aktiv war, zahlte 5 DM. Die gleiche Regelung galt für Mitglieder, die durch Krankheit oder Invalidität passiv wurden. Rechtzeitig vor dem Schützenfest wurde der transportable Schießstand, der eine Spende der Zinkhütte Nievenheim war, fertig gestellt. An diesem Schießstand, aufge­stellt neben dem Festzelt, holte sich Herbert Rosenberg, der 2. Beisitzer und Mitglied des Grenadierzuges Sangeslust war, die Königswürde. Er wurde als Herbert I. am Schützenfestdienstag ge­krönt. Neuer Edelknabenkönig wurde Gottfried I. Ingermann.

Hier sei angemerkt, dass die neue Edelknabenfahne am Sonntagmorgen während des Hochamtes, welches man für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Vereins hielt, geweiht wurde.

Das Jahr 1958 war ein sehr Bewegtes. Auf der Generalversammlung am 26. Juli 1958 wurde für Viele überraschend der seit zehn Jahren als Regimentsoberst tätige Peter Klasen abgewählt. Mit Stimmenmehrheit wählte die Versammlung den Fahnen­schwenker Gerhard Meuter zum neuen Oberst. Zunächst nahm er die Wahl an. Auf der nächsten Chargiertenversammlung bat er um Entlassung aus dem Amt des Obersten - aus folgenden Gründen: verschiedene Mitglieder waren an ihn mit

der Bitte herangetreten, doch Fahnen­schwenker zu bleiben, weil im Regiment kein Ersatz zu finden sei. Die Versamm­lung war der gleichen Meinung. Da für den Posten des Obersten eher ein Vertreter zu finden sei, kam man dem Wunsch von Gerhard Meuter nach. Die Chargierten wählten mit Stimmenmehrheit Peter Kreuter zum Regimentsoberst. Peter Kreuter war bis dahin Mitglied des Zuges Blaue Husaren. Zu seinem Adjutanten ernannte er Willi Wirsch. In gewohnter Weise ging das Schützenfest harmonisch, unter Führung des neuen Regimentschef, vonstatten. Das Festzelt stand am Bahnhof. Neuer König wurde Robert Bosbach, der damit zum zweiten Mal die Würde des Delrather Schützenkönigs errang. Edel­knabenkönig wurde Karl-Heinz I. Loibl.

Das gute Nachbarschaftsverhältnis zu den Stürzelberger Schützen wurde in diesem Jahr wieder einmal sichtbar. Das Edel­knabencorps nahm am Ende September in Stürzelberg stattfindenden Schützenfest teil und stiftete dem auch hier kurz vorher gegründeten Edelknabencorps eine Fahnenschleife.

Bei der Abrechnungsversammlung nach dem Fest stellte der 1. Schriftführer Wilhelm Deutzmann seinen Posten aus beruflichen Gründen zur Verfügung. Durch die Versammlung wurde Hans Philipp zum 1. Schriftführer gewählt. Zum 2. Schriftführer wählte man den Beisitzer Hans Schmitz.

Bei der gleichen Versammlung konnte der 1. Vorsitzende Georg Dappen eine für alle Mitglieder erfreuliche Mitteilung machen. Es hatte sich ein Landwirt aus Nieder­bayern schriftlich gemeldet und mitgeteilt, dass er auf seinem Hof, nach dem Abzug einer amerikanischen Truppeneinheit, unsere Königskette gefunden habe. Er würde dieselbe gern an den Verein zurückgeben, falls dieses gewünscht werde.

Der Versuch des 1. Vorsitzenden, die Montagnachmittagparade an der Zinkhütte abzuschaffen, stieß auf ein entschiedenes Nein der Schützen. Begrüßt und beschlossen wurde dagegen, am 1. Mai 1959 ein Regimentsschießen zu veranstalten. Es wurden die bis 1986 gültigen Bedingungen aufgestellt. Von jedem Zug wurden die fünf besten Schützen gewertet. Geschossen wurde mit dem Luftgewehr über eine Distanz von 10 Meter. Jeder Schütze hatte vier Schuss, von denen drei Treffer gewertet wurden.

Der Zug mit den meisten Ringen bekam eine vom Schausteller Jean Muckenhaupt gestiftete Wanderplakette. Ebenso wurde der vereinsbeste Schütze ermittelt, der mit einer Erinnerungsplakette ausgezeichnet wurde.

Ein weiterer Beschluss bewirkte, dass der Schützenkönig im Jahre 1959 schon vierzehn Tage vor dem Fest ermittelt wurde. Am 1. Mai 1959 wurde das Vorhaben des Regimentsschießens ver­wirklicht. Nach dem bis zum Nachmittag dauernden Schießen fand im Saal Schlüter die Siegerehrung mit anschließendem Schützenball statt. Das war die Geburt des heute noch stattfindenden dreitägigen Frühlingsfestes, in dessen Verlauf das Regimentsschießen abgehalten wird.

Vierzehn Tage vor dem Schützenfest wurde dann gemäß dem Beschluss das Königsvogelschießen abgehalten. Unter großer Beteiligung der Delrather Bürger konnte Kaspar Raukes die Königswürde erringen. Am gleichen Abend wurde zwar ein Schützenball gehalten, wobei auch die Pfänderschützen geehrt wurden, doch fand die Krönung von Kaspar I. wie üblich erst am Schützenfestdienstag statt. Edelknaben­könig wurde Heinz Jürgen I. Kollenbroich.

Bei der 1959 nach dem Fest anstehenden Vorstandswahl wurde mit einer Ausnahme der Vorstand im Amt bestätigt. Neu hinzu kam als Beisitzer Harry Knabe, der bis dahin Zugführer der Blauen Husaren war.

1960 war ein Schützenjahr wie viele andere. Im Mai fand das Regiments­schießen statt. Schützenkönig, wieder vierzehn Tage vor dem Fest aus­geschossen, wurde Josef Jakobs, der als Josef V. gekrönt wurde. Edelknabenkönig war Hans Dieter I. Longerich. Bei der Abrechnungsversammlung nach dem, wie die Presse schreibt, schön und harmonisch verlaufenen Fest legte der 1. Kassierer Bernhard Meuter, nachdem ihm Entlastung erteilt wurde, sein Amt nieder. Die Versammlung wählte Konrad Derichs zum 1. und Harry Knabe zum 2. Kassierer.
Das übliche Winterfest wurde in diesem Jahr erstmals als Bunter Abend in Form einer Karnevalssitzung abgehalten. Es wurde eine Karnevalsgesellschaft aus Krefeld verpflichtet, diesen Abend zu gestalten. Der Elferrat wurde von den Vorstandsmitgliedern des Bürgerschützenvereins gebildet.

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