1998-1999

Im April 1998 legte aus gesundheitlichen Gründen der 1. Kassierer Peter Michels sein Amt nieder. Mangels Interessenten für diesen Posten benötigte der Verein zwei Versammlungen, um am 12. Juni 1998 Gerd Levering zum 1. Kassierer ernennen zu können.

Vom 15.-17. Mai 1998 fand das Frühlingsfest statt. Neben den Schieß­wettbewerben des Vereins stand am Samstagabend wieder ein Unterhaltungsprogramm rheinischer Künstler auf dem Programm. „Et Botterblömche“ und „Klaus und Willi“, ein Bauchredner, brachten eine ausgelassene Stimmung ins Zelt und ein dickes Plus in die Vereinskasse. Nur mit dem Besuch der Sonntagsveranstaltungen zeigten sich der Vorstand und der Schausteller Trautsch unzufrieden. Letzterer beklagte den mangelnden Zuspruch der Bürger zum Schützenplatz.

Auf dem Oberstehrenabend am 28. August 1998 wurde das Reglement des Regimentsschießens während des Frühlingsfestes intensiv diskutiert. Es hatte sich eingebürgert, dass die ausgeloste Schießreihenfolge der Züge durch einzelne Schützen, die nicht rechtzeitig antraten, durcheinander gebracht wurde. Durch das Nachschießen dieser Nachzügler konnte der aktuelle Stand des Schießwettbewerbs nicht nachgehalten werden. Die Schützen stimmten mehrheitlich für das bisherige Verfahren, das keine Möglichkeit eines Nachschießens, aber die Info-Tafel, vorsah.

Auf derselben Sitzung wurde auch der Rücktritt des Edelknabenführers Willi Schmidt bekannt gegeben. Neuer Edelknabenführer wurde Josef Saosirnyj. Etwas später konnte Horst Hartmann für die Funktion des 2. Edelknabenführers gewonnen werden.

Am Freitagabend vor dem Schützenfest fand am 4. September 1998 die zweite Jugenddisco im Festzelt statt. Das PHG-Team registrierte in der Zeit von 20 Uhr bis tief in die Nacht hinein über 500 Be­sucher.

Das Schützenfest wurde vom 5.-8. Sep­tember 1998 gefeiert. Für Delrather Verhältnisse war für den Fackelzug die Rekordzahl von sieben Fackeln, davon fünf Großfackeln, angekündigt worden, was eine große Zuschauerzahl am Samstagabend ins Dorf lockte. Fackelbauer der Großfackeln waren der Grenadierzug „Sangeslust“, die Regimentsfahnenkompanie, die Hubertuskompanie sowie der 6. und 7. Jägerzug.

Der Grenadierzug „Sangeslust“ konnte zum Schützenfest sein 70jähriges, der Hubertuszug „Zinkhütte“ sein 50jähriges, der Scheibenschützenzug „Schräge Jonge“ sein 40jähriges und der 7. Jägerzug „Selde Jäger“ sein 25jähriges Vereinsjubiläum feiern.

Am Sonntagmorgen trat erstmals das neu gegründete Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ öffentlich auf. Unter Leitung von Detlef Weber spielte das noch im Aufbau befindliche Tambourcorps unter großem Beifall der im Zelt befindlichen Schützen und Gäste seine ersten eingeübten Märsche vor.

Der 7. Jägerzug hatte zur Bereicherung des Festzuges am Sonntag einen Gastzug aus Schlicherum und einen kompletten Musikblock – bestehend aus dem Tambourcorps Straberg und dem Musikverein Holzheim – eingeladen.

Einen lang ersehnten Traum konnte sich am Montagnachmittag Horst Freund erfüllen. Seinen zehnten Versuch, die Königswürde zu erringen, vollendete er – als einziger Bewerber – um 17.30 Uhr mit dem 26. Schuss auf den Holzvogel.

Unter Beifall der Schützen und Gäste wurde er danach als Horst I. zusammen mit dem Edelknabenkönig Denis I. Maurer proklamiert. Zum Jungschützenkönig wurde Jens I. Kollenbroich gekrönt: Mit der erstmaligen Krönung eines Bogenschützenkönigs wurde Michael I. Wagemann als weitere Majestät des Delrather Schützenvereins proklamiert.

Der vorausschauende Vorstand begann bereits nach dem Schützenfest, sich für das 75jährige Vereinsjubiläum im Jahre 2001 zu rüsten. Im Oktober 1998 nahm ein Chronik-Team unter Leitung des 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Longerich seine Arbeit auf, um unter anderem die vorliegende Vereinschronik zu erstellen. Gleichzeitig stellte der Vorstand bei der Stadt Dormagen den Antrag, den Schützenplatz in Richtung des Dorfes verlagern zu dürfen. Neben den Platzerfordernissen für ein größeres Festzelt während des Vereinsjubiläums sollte mit der ortsnäheren Lage auch die Attraktivität der Festplatzes erhöht werden.

Im Oktober 1998 verstarb das Ehrenmitglied und langjährige Vorstandsmitglied Hans Philipp. Zahlreiche Schützen beteiligten sich an der Beerdigung.

Zum Frühlingsfest des Jahres 1999 trat am Freitagabend das Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ unter Major Frank Klasen offiziell nach der Laudatio auf den König Horst I. Freund auf. Die Darbietung erhielt viel Beifall und die Zuschauer forderten wiederholt Zugaben.

Am Samstagabend lockte der „Rheinische Abend“ mit der Kölner Mundart-Band „De Räuber“ zahlreiche Besucher ins Zelt, die sich am 24. April 1999 nochmals in Karnevalsstimmung versetzen ließen. Erstmals wurde für den Sonntagnachmittag ein Familientag eingerichtet. Für die Kinder stand eine Kinderbelustigung mit Freifahrten auf den Fahrgeschäften an und die Freiwillige Feuerwehr Dormagen führte für die Kinder ihre Drehleiter vor.

Doch anders als in den Vorjahren wurde das Schützenzelt nicht mit dem Ende des Frühlingsfestes abgebaut. Diakon Peter Platz feierte am 27. April 1999 sein 25. Jubiläum der Diakonweihe. Nach einer festlichen Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Gabriel, an der auch zahlreiche Vertreter des Schützenvereins teilnahmen, nutzte er dieses Schützenzelt für den Empfang der Gratulanten und geladenen Gäste. Die Beteiligung der Delrather Bürger war so groß, dass es zeitweise vor dem Zelteingang eine Warteschlange der Besucher gab, die bis auf den Johann-Blank-Weg reichte.

Das Schützenfest fand in diesem Jahr vom 4.-7. September 1999 statt. Am Freitagabend, 3. September 1999 hatte wiederum eine gut besuchte Jugenddisco die eigentlichen Festivitäten eingeleitet.

Beim Fackelzug am Samstagabend konnten fünf Großfackeln bestaunt werden. Fackelbauer waren der Grenadierzug „Sangeslust“, die Blauen Husaren, die Hubertuskompanie, der 6. Jägerzug und das Artilleriecorps.

Nach dem Kirchgang und der Feier am Denkmal, die vom Männergesangverein musikalisch mitgestaltet wurden, trat zur Überraschung aller Anwesenden der Männergesangverein auch im Festzelt auf, um das von Hans-Dieter Longerich auf die Melodie „Hohe Tannen“ getextete Delrath-Lied anzustimmen.

Zum Schützenfest feierten der Kassenzug sein 70jähriges, die Blauen Husaren und die Artillerie ihr jeweils 50jähriges und der Scheibenschützenzug „Delroder Jonge“ sein 40jähriges Vereinsjubiläum.

Am Sonntagnachmittag wurde eine neue Paradebühne, die von Frank Zell gespendet und erbaut worden war, eingeweiht. Zur Parade am Sonntagnachmittag befehligte Oberst Herbert Stodden über 600 Schützen und Musiker. Anlässlich seines Jubiläums hatte das Artilleriecorps Gastzüge aus Nievenheim, Horrem und Vanikum eingeladen, die mit ihren Geschützen im Sonntagsfestzug mitmarschierten. Auch das Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ spielte erstmals bei einer Parade – verstärkt durch die „Fidelen Musikanten vom Nikolauskloster“ – auf. Wo immer Major Frank Klasen mit seinen 24 Spielleuten auftauchte und das Flötchen oder Trömmelchen erklang, applaudierte die Delrather Bevölkerung mit Stolz „ihrem“ Tambourcorps.

Der Schießwettbewerb am Montagnachmittag hatte unter widrigen Wetterverhältnissen begonnen. Ein starkes Gewitter mit Hagel und intensiven Regenfällen hatte in Delrath einige Straßen unter Wasser gesetzt. Das Pfänderschießen musste angesichts dieses Unwetters, das über zwei Stunden wütete, ausfallen. Selbst das Königsschießen fand noch im Regen statt.

Erst um 18.21 Uhr wurde der Wettbewerb beendet. Das ehemalige Vorstandsmitglied und nun passive Mitglied Peter Michels hatte sich gegen seine Mitbewerber Rainer und Dirk Hermanns durchgesetzt. Er wurde damit einen Tag vor seinem 52. Geburtstag, den er am Abend im Zelt feierte, Schützenkönig 1999/2000 und damit der erste Schützenkönig des neuen Jahrtausends. Edelknabenkönig wurde Alexander I. Rose, Bogenschützenkönig René I. Freund und Jungschützenkönig Christian I. Strunk.

Die Kinderbelustigung am Dienstag unter Leitung des Teams Günter Küpper und Britta Stodden fand wiederum bei 100 bis 150 Kindern regen Zuspruch. Erstmals ehrten an diesem Tage die Grenadier- und Jägerkompanie gemeinsam ihre verdienten Schützen. Und Diakon Peter Platz hatte sich zum Krönungsabend am Dienstag wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Das scheidende Königspaar Horst I. und Petra Freund verabschiedete er mit dem Lied von Heinz Rühmann „Ein Freund, ein guter Freund“ und für die neue Majestät Peter II. und seine Gattin Erika stimmte er das Lied „Du bist jetzt Künning, leeve Pitter“ an. Das Schützenfest endete erst am Mittwochmorgen um 5 Uhr an der alten Residenz, wo einige Schützen noch eine „Frühparade“ abhielten.