1961-1972

Noch vor dem Schützenfest 1961 gab der Edelknabenführer Gruss seinen Posten ab. Einstimmig wählte man Robert Bosbach zu seinem Nachfolger. Der Schützenkönig hieß Michael Zaum vom Hubertuszug Zinkhütte. Damit holte sich Michael Zaum, der bereits 1952 König war, zum zweiten Mal die Königswürde. Bei den Edelknaben wurde Karl Josef I. Zohren König.

Über das Jahr 1962 ist zu berichten, dass auf Versammlungsbeschluss das Vogel­schießen wie in früheren Jahren wieder am Schützenfestmontag stattfand. An dieser Regelung hat man bis heute festgehalten. Als neuer Edelknabenführer wurde vom 1. Vorsitzenden Paul Zohren vorgestellt. Die Königswürde errang Herbert Kopenhagen, der mit Edelknabenkönig Karl Josef II. Schippmann am Schützen­festdienstag als Herbert II. gekrönt wurde.

Die 1962 nach dem Fest anstehende Vorstandswahl brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Georg Dappen, 2. Vorsitzender Hermann Kiebel, 1. Kassierer Konrad Derichs, 2. Kassierer Harry Knabe, 1. Schriftführer Peter Kreuter, 2. Schriftführer Kurt Eisenhuth. Beisitzer blieben Bernhard Meuter und Paul Zohren.

1963 erfolgte auf Veranlassung des Straßenverkehrsamtes Grevenbroich, das die Genehmigung der Umzüge aus­sprechen musste, eine Änderung in der Marschfolge. Die Paraden, die seit Bestehen des Vereins auf der Rheinstraße (heutige Johannesstraße) abgehalten wurden, verlegte man wegen des starken Verkehrs auf derselben zur Schulstraße (heutige Gabrielstraße). Ausfallen musste der Montagszug mit Parade an der Zinkhütte. Die Schützen wollten sich damit nicht abfinden, mussten sich aber dem Oberst und Vorstand beugen, da diese durch die Auflagen der Genehmigungs­behörden nicht anders verfahren wollten. Schützenkönig wurde Hans Schmitz, der als Johann IV. gekrönt wurde. Edelknabenkönig wurde Karl-Rainer I. Knabe. Nach dem Fest, zur Abrechnungs­versammlung, war wieder eine Ergän­zungswahl notwendig. Hatten doch der 2. Schriftführer Kurt Eisenhuth und der 2. Vorsitzende Hermann Kiebel ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Die neuen Leute waren: 2. Vorsitzender Herbert Kopen­hagen, 2. Schriftführer Heinrich Klop­hausen. Der allgemeinen Teuerung Rechnung tragend, erhöhte man den Königssold auf 500 DM.

1964 konnte der im Vorjahr von Ex-Majestät Herbert II. zum Generaloberst beförderte Peter Kreuter ein wieder stärker gewordenes Regiment durch die Ortschaft führen. In gewohnter Weise nahm das Fest seinen Verlauf. Der neue Schützenkönig hieß Robert III. Damit hatte Robert Bosbach die Königswürde zum dritten Mal errungen. Die Würde des Edelknaben­königs holte sich Johannes I. Schmitz, Sohn der Ex-Majestät.

Mit den Edelknaben wurde in diesem Jahr eine Fahrt nach Schloß Burg unternommen. Als Betreuer stellten sich einige Vorstandsmitglieder zur Verfügung. Ebenso lud man die Jungen zu einer Weihnachtsfeier ein, bei der den Kindern kleine Geschenke und eine bunte Tüte überreicht wurden.

1965 wurde in den Protokollbüchern erstmals das heute schon zur Tradition gewordene Frühlingsfest erwähnt. Dem heutigen Adjutanten des Obersten, Toni Haas, wurde das Amt des Edelknabenführers übertragen, welches er bis 1973 innehatte. In diesem Jahre wurde Dieter I. Longerich Schützenkönig. Einen so jungen König hatte Delrath noch nicht als Majestät erlebt. Noch unverheiratet nahm er Vera Segschneider zur Königin, die dann auch 1966, obwohl die Majestät zwischenzeitlich geheiratet hatte, als gekrönte Königin regierte. Bei den Edelknaben wurde Helmut I. Wyrwich König. Bei der anstehenden Vorstandsneuwahl wählte man wie folgt: 1. Vorsitzender Georg Dappen, 2. Vorsitzender Bernhard Meuter, 1. Schriftführer Heinrich Klophausen, 2. Schriftführer Hans Philipp, 1. Kassierer Konrad Derichs, 2. Kassierer Harry Knabe, 1. Beisitzer Hans Schmitz, 2. Beisitzer Berni Engels, 3. Beisitzer Theo Breuer. Abgewählt wurde der Generaloberst Kreuter. Neuer Oberst wurde Hans Schmitz, der Alfred Schönfelder zum Adjutanten nahm.

1966 begann mit dem zweiten Frühlings­fest, verbunden mit dem Regiments­schießen. Zum Schützenfest konnten die Mitglieder Hermann Teusch, Hermann Jussenhoven, Johann Ingermann, Karl Pfeiffer, August Kollenbroich, Heinrich Kollenbroich, Josef Klein, Michael Zaum, Fritz Deimling, Georg Dappen, Josef Richrath, Hermann Zitschke, Franz Hoppe und Jacob Breuer für 40jährige Mitgliedschaft geehrt werden. In Vertretung für den wegen einer Kur ab­wesenden 1. Vorsitzenden Georg Dappen übernahm der 2. Vorsitzende Bernhard Meuter die Abwicklung des Festes. Neuer Schützenkönig wurde Johann V. Raukes. Edelknabenkönig wurde Achim I. Kopenhagen.

1967 vor dem Frühlingsfest gab es im Vorstand einen Wechsel. Der 1. Schriftführer Klophausen schied aus, für ihn wurde Hans Philipp gewählt. Zum 2. Schriftführer wurde der Edelknaben­führer Toni Haas bestimmt.

Wegen der steigenden Musikkosten und der Schwierigkeit, vormittags Musikkapellen zu beschaffen, wurde bei Begräbnissen keine Musik mehr bestellt.

Die von Jahr zu Jahr steigende Zahl von Gästen im Hofstaat der Majestäten führte zu einem Antrag auf Begrenzung der Personenzahl, der bei den Schützen aber keine Zustimmung fand.

Schützenkönig wurde in diesem Jahr Johann VI. Freyenberg, auch „Ziemes Hans“ genannt. Edelknabenkönig wurde Hans Jürgen I. Schilling.

1968 stellte Oberst Hans Schmitz seinen Posten zur Verfügung. Daraufhin wurde Josef Richrath Oberst. Alfred Schönfelder blieb Adjutant. Schützenkönig wurde Friedel I. Maurer. Der neue Edelknabenkönig hieß Dieter I. Deussen.

Nach dem Schützenfest wurde auf Grund der steigenden Kosten auf Anregung des Vorstandes mit Billigung der Schützen der Beitrag erhöht. Darüber hinaus wurden Sparmaßnahmen größeren Umfanges in Angriff genommen. So wurde die Türbesetzung wieder von den Schützen übernommen. An Stelle von teueren Orden wurden Anstecknadeln an verdiente Schützen verliehen. Autos für das Festkomitee wurden nicht mehr gemietet, dafür stellten Mitglieder ihre Wagen zur Verfügung. Die Gesamtersparnis betrug ca. 1.000 DM. Damit hatte man richtig gehandelt und die Finanzen wieder auf ein Plus gebracht.

Der Verein intensivierte seine Jugendarbeit. Eingeleitet wurde diese Maßnahme, indem man das Limit von maximal zwölf Edelknaben für ungültig erklärte. In der Vergangenheit war es oft der Fall, dass Jugendliche, nicht nur von Mitgliedern, zurückgewiesen werden mussten. Man wurde sich einig, dass jeder Delrather Junge, der schulpflichtig und über sechs Jahre alt war, Mitglied werden konnte. Auch Kinder, deren Väter nicht Mitglied im Verein waren, wurden aufgenommen.

1969 wurde ein bewegtes, gravierende Änderungen schaffendes Schützenjahr. Durch eine am Schützenfestsamstag im Fackelzug mitgeführte Großfackel gab es zwischen dem Ortspfarrer und den Schützen Meinungsverschiedenheiten, die dazu führten, dass die Schützen es ablehnten, am Schützenfestsonntag die Kirche zu besuchen, solange dieser Pfarrer die Messe hielt. Es soll hier nicht näher auf diese Dinge eingegangen werden, da noch fast allen Schützen und auch den Bürgern bekannt ist, um was es sich handelte. Wer sich genauer informieren möchte, kann in den Archiven der NGZ und des Rheinischen Anzeigers von September 1969 bis 1972 nachblättern.

[Um den Lesern diese Recherche zu ersparen, wird hier kurz auf das dargestellte Ereignis eingegangen: Eine Großfackel, die den Themenkreis des deutsch-französischen Jugendaustausches beinhaltete, zeigte ein schwangeres Mädchen. Amtsdirektor Johannes Sticker, Mitbegründer und heute noch intensiver Förderer der deutsch-französischen Partnerschaft mit Saint-André, fand die Darstellung eine „infame und zotenhafte Geschmacklosigkeit“. So sollte gegen den Verein eine Strafanzeige wegen Beleidigung erstattet werden. Auch Rektor Thomas Zensus nahm während seiner Festpredigt am Sonntagmorgen zu dem Vorgang Stellung. Er forderte die Schützen auf, sich für die gezeigte Fackel zu entschuldigen. Ansonsten sähe er sich außer Stande, an den weiteren Festlichkeiten teilzunehmen. Dies führte dann zu der Reaktion, dass die Schützen es ablehnten, künftig die Festmesse zu besuchen, solange dieser Pfarrer die Messe halten würde. Und so wurde der gemeinsame Kirchgang während der Delrather Amtszeit des Rektors Zensus bei den Schützenfesten der Jahre 1970 bis 1975 aus dem Programm gestrichen.]

Schützenkönig wurde in diesem Jahr Fritz Hilgers. Die Würde des Edelknabenkönigs errang Werner I. Blank. Da das Vereinsleben seinen ordentlichen Gang nehmen musste, fanden satzungsgemäß im Oktober 1969 die Neuwahlen statt. Der Vorstand setzte sich danach wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Georg Dappen, 2. Vorsitzender Hans Schmitz, 1. Schrift­führer Hans Philipp, 2. Schriftführer Toni Haas, 1. Kassierer Konrad Derichs, 2. Kassierer Harry Knabe.

Beisitzer wurden nicht mehr gewählt. Es war durch Versammlungsbeschluss eine Regelung getroffen worden, die besagte, dass die Majore des Jägercorps, Grenadiercorps und der Artillerie als ständige Beisitzer fungierten. Oberst blieb Josef Richrath, sein Adjutant Alfred Schönfelder.

1970 war dann das Jahr, in dem erstmals der Gedanke laut wurde, den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Ein Versammlungsbeschluss in dieser Sache zeigte nur drei Gegenstimmen. Die Beiträge wurden angehoben.

Da die Streitigkeiten mit dem Pfarrer nicht beigelegt werden konnten, fiel das erste Mal der gemeinsame Kirchgang aus. Es wurde allerdings für die Gefallenen und Verstorbenen eine Messe für den Schützenfestmontag bestellt und gehalten. Neue Schützenmajestät wurde Helmut I. Hohmann. König der Edelknaben konnte Arno I. Krücker werden. König Fritz IV. stiftete einen Ehrenpokal für den vereinsbesten Schützen.

1971 war die Eintragung ins Vereins­register erfolgt. Der neue Vereinsname lautete nun „St. Hubertus Bürgerschützen­verein Delrath 1926 e. V.“ Die Spar­maßnahmen des Vereins begannen Früchte zu tragen. Die Vereinskasse verzeichnete wieder eine steigende Tendenz. Zum Frühlingsfest wurde eine große Tombola veranstaltet. Die Preise hierfür waren zu einem großen Teil Spenden der Geschäftsleute aus Delrath und Nieven­heim. Zum Schützenfest spielten erstmals drei Kapellen und drei Tambourcorps im Festzug. Schützenkönig wurde Toni I. Haas. Adi I. Drapikowski wurde neuer Edelknabenkönig. Die scheidende Majestät beförderte Josef Richrath zum Generaloberst.

1972 zum Schützenfest wurde für den Sonntagmorgen ein Frühkonzert eingeplant. Um dieses Konzert voll nutzen und genießen zu können, verlegte man die Auszeichnung verdienter Schützen auf den Dienstagmorgen während des Frühschoppens. Dem Schützenkönig ließ man allerdings die Möglichkeit, am Sonntagmorgen Orden an die Schützen zu verleihen. Der Jägermajor Jacob Breuer, der aus Altersgründen sein Amt an Hans Loboda weitergab, wurde beim Oberstehrenabend von Generaloberst Richrath zum Ehrenmajor ernannt. Beim Schützenfest wurde ein ebenfalls verdientes Mitglied, der Zugführer des Hubertus-Schützenzuges „Zinkhütte“ Michael Zaum, vom Generaloberst zum Ehrenmajor befördert. Schützenkönig wurde Hermann II. Levering. Edelknabenkönig wurde Frank I. Goertz.

Die nach dem Fest anstehende Vorstandsneuwahl wurde wohl eine der turbulentesten Versammlungen in der Vereinsgeschichte. Der Grund hierfür war der Antrag des Pfarrers, den Namen St. Hubertus ersatzlos zu streichen. Hier muss zum besseren Verständnis ergänzend Folgendes gesagt werden. Vor dem Fest erschien der Pfarrer zur Chargiertenversammlung, um einen Zug anzumelden, dessen Zugführer er selbst sein sollte. Die Vereinsführung sah darin ein Einlenken des Pfarrers, und allgemein wurde dieses begrüßt. Damit wurde der Pfarrer Mitglied des Vereins.

Der angekündigte Schützenzug trat nicht in Erscheinung. An Stelle dessen wurde vom Pfarrer der oben erwähnte Antrag eingebracht. Als dieser Antrag vom Vorstand bekannt gegeben wurde, brach eine Diskussion aus, die mit dem Antrag von drei Mitgliedern auf Ausschluss des Pfarrers aus dem Verein endete. Über diesen Antrag musste der am selben Abend neu gewählte Vorstand später laut Satzung entscheiden. Es darf angemerkt werden, dass der Ausschluss ausgesprochen wurde.

Da der nunmehr 22 Jahre als 1. Vorsitzender im Amt befindliche Georg Dappen aus Altersgründen nicht mehr kandidierte, musste mit dem übrigen Vorstand gleichzeitig ein neuer 1. Vorsitzender gewählt werden, obwohl dieser ein Jahr später hätte gewählt werden müssen. Nach der Wahl setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Günter Behrend, 2. Vorsitzender Hans Schmitz, 1. Schriftführer Hans Philipp, 2. Schriftführer Toni Haas, 1. Kassierer Konrad Derichs, 2. Kassierer Harry Knabe. Generaloberst Josef Richrath wurde im Amt bestätigt.

Die erste Handlung des neu gewählten Vorstandes war, der Versammlung vorzuschlagen, den 22 Jahre im Amt gewesenen Vorsitzenden Georg Dappen zum Ehrenpräsident zu ernennen. Spontan erfolgte die Zustimmung der Schützen